Der Name Ehrensack liegt an der 146890. Stelle der häufigsten Nachnamen in Deutschland.
Er liegt somit unter dem Durchschnitt der häufigsten Familiennamen in Deutschland.
Ferdinand & Minna Ehrensack
Als ich endlich aus den Baumwollwindeln raus war, laufen konnte und zur Schule ging, wurde bei Familienfeiern der Ehrensäcke folgende Geschichte zu diesem Namen erzählt:
Der Name kommt aus dem Niedersächsischen.
Bei irgendeiner Schlacht bekamen wir einen Dolch, einen Ehrendolch. Erst hießen wir Ehrensacks und im Laufe der Zeit wurde das -s- weggelassen und aus dem Ehrensacks wurde der Ehrensack.
Seitdem heißen wir so!
Aber war das wirklich so? Und warum heißen wir dann nicht Ehrendolch?
Rupft man den Namen in seine beiden Wortstämme Ehre(-n) und Sack(-s) auseinander, kommt in der Tat so eine Geschichte heraus.
Ehre:
Althochdeutsch (8.Jhd), "Ehre"=era
- Ansehen, Wertschätzung, Berümtheit, Würde, Ehrfurcht, Verehrung
Mittelhochdeutsch (12.Jhd.), "Ehre"=êre
- das Wort bezeichnet vorerst eine äußere Qualität, wie dies häufig bei Begriffen in jener Zeit unserer Sprache der Fall ist; gemeint war damit die gesellschaftliche Anerkennung, der Ruf, den man bei Anderen genoss
Sacks:
Sax (Sachs, Sacks, unrichtig Sasse, vom altnord. sax, altsächs. und althochd. sahs, >Messer<, vom lat. saxum, >Fels, Stein<), ursprünglich einschneidiger Steinsplitter als Dolch oder Messer, woraus sich einerseits das einschneidige Messer und Schwert, andererseits Dolch, Speer- und Pfeilspitze und zweischneidiges Schwert entwickelten.
In altgermanischen, fränkischen und merowingischen Gräbern wird der einschneidige Skramasax, ein Kampfmesser (eigendlich Wundenmesser im Gegensatz zu scharsax, Schermesser und mazsahs, mezzisahs, mezziras, Speisemesser) gefunden, sowohl in gerader wie in leicht gekrümmter Form.
Jähns, Entwicklungsgeschichte der alten Trutzwaffen (Berl.1899)
Der Sacks (Sachs, Sax, Sahs) war keine typisch sächsische Waffe, sondern gehörte zur Ausrüstung eines germanischen Kriegers.
(Sack)-s:
Die germanischen Auslautgesetze:
Die germanischen Auslautgesetze sind eine weitere, gesetzmäßig verlaufende Veränderung von Phonemen im Verlauf der deutschen Sprachgeschichte. Sie hatten folgende Auswirkungen:
- In mehrsilbigen Wörtern sind alle auslautenden dentalen Verschlußlaute und alle Nasale verschwunden. Im Westgermanischen verschwand auch "-s".
Dirk Wiebel -2- Einführung in die Mediävisik
Materialsammlung
Sack:
Im 12.Jh gab es diesen Namen als "Sac", später auch lat. als Saccus.
Der Duden sagt unter anderem aus:
- "Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen Niedersachsen, ehem. Pommern jetzt Polen"
- "Wohnstättenname zu einem gleich lautenden Straßennamen bzw. Flurnamen."
Für immer in unseren Herzen.
1938-2012